Die StadtteilAktivKassen in Niedersachsen - ein Modellversuch zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Nachbarschaften
In vielen Stadtteilen, die als "problembehaftet", "benachteiligt" oder gar als "soziale Brennpunkte" gelten, ist das nachbarschaftliche Zusammenleben von latenten und manifesten Konflikten geprägt. Das Engagement für das unmittelbare Lebensumfeld wird oft nur noch von wenigen Personen aufgebracht.
Ansätze der Gemeinwesen- und Nachbarschaftsarbeit bzw. der sozialen Stadt(teil)entwicklung versuchen mit vielfältigen Projekten diese Situation zu verbessern. Die Aktivierung des ehrenamtlichen Engagements der Bewohner / innen dieser vielfach "überforderten Nachbarschaften" ist dabei eine Schlüsselfrage, aber auch eines der am schwierigsten zu realisierenden Ziele. Viele Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen sind mit der Organisation ihres eigenen Alltags schon genug belastet.
Das Land Niedersachsen hat mit der "StadtteilAktivKasse" einen innovativen Ansatz erprobt, um das ehrenamtliche Engagement von Bewohner/innen für ihr Wohnumfeld zu stärken. Kerngedanke bei dem Modell ist, dass lokale, gemeinwesenorientierte Einrichtungen und Projekte ein gebietsbezogenes Budget erhalten, um
z.B. das Zusammenleben der Generationen, der Einheimischen und der Zugewanderten, die Kinder- und Familienfreundlichkeit und das Wohnumfeld zu verbessern.
Eine aus Freiwilligen zusammengesetzte "Jury" von Bewohner / innen eines bestimmten Wohngebietes entscheidet selbst, wie die Fördersumme von 5.000 € pro Gebiet zur Verbesserung der Lebensqualität und des Engagements in ihrem Umfeld ausgegeben werden soll. Die Jury entscheidet über die Gelder, damit Bewohner / innen aus dem Stadtteil schnell und unbürokratisch Geld für die Umsetzung ihrer Ideen bekommen können.
Die StadtteilAktivKassen haben zum Ziel
- zur Eigeninitiative in Bezug auf die Verbesserung von Wohnumfeld und Nachbarschaften motivieren
- die Bereitschaft zu selbstverantwortlichem Handeln von engagierten Gruppen, Nachbarschaften, Hausgemeinschaften, Kinder- und Jugendgruppen usw. im Stadtteil unterstützen
- durch den Zuschuss eine Wertschätzung eben solcher Aktivitäten erreichen
Die Stärken der "StadtteilAktivKassen" liegen darin, dass sie
- die direkte Mitentscheidung über eigene Belange für Bewohner/innen ermöglichen
- ein Mittel für die erfolgreiche Aktivierung und Beteiligung von Bewohner/innen darstellen
- durch geringe Förderbeträge große Wirkungen entfalten können
- schnelles unbürokratisches Handeln der Akteure vor Ort ermöglichen
- die Realisierung kleinteiliger ad-hoc-Maßnahmen im Rahmen größerer Aufwertungsprozesse eines Wohnumfeld möglich machen
- eine Anschubwirkung für größere Projekte besitzen
Projektpartner sind das Land Niedersachsen, Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Niedersachsen
e.V. und die Gastorganisationen an den 7 Modellstandorten.
Gesamttext StadtteilAktivKassen (79
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Abschlussbericht StadtteilAktivKassen (158
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