Rucksack Kita und Griffbereit

Mit dem Programm Rucksack ist schon vor vielen Jahren ein Ansatz der kombinierten Elternbildung und Sprachförderung entwickelt worden. Im Zentrum des Projektes liegt die Verbesserung des Sprachverständnisses in der Herkunftssprache und in der deutschen Sprache, um die Sprachfähigkeit bei Eltern und Kindern zu verbessern. In den Gruppenstunden mit den Eltern wird gleichzeitig die Erziehungskompetenz gestärkt und der Austausch sowie die Vernetzung der Eltern in und mit der Einrichtung (Kita, Schule) gefördert.

Neben dem Klassiker „Rucksack Kita“ sind mit „Griffbereit“ und „Rucksack Schule“ mittlerweile Partnerprogramme für Eltern mit Kindern von 0-3 Jahren und die Grundschule entwickelt worden.

Rucksack in Niedersachsen
Seit 2005 wird Rucksack Kita in Niedersachsen durchgeführt, in 2007 wurden bereits um die 50 Gruppen gezählt.
Zurzeit gibt es in 20 niedersächsischen Kommunen und Landkreisen etwa 165 Gruppen in den Programmen Rucksack Kita und Griffbereit.
Inhaltlich haben sich einzelne Programm-Standorte in Niedersachsen bereits mit erweiterten Einsatz- und Zielgruppenformaten beschäftigt. So wird beispielsweise der Einsatz der Rucksack-Programme in Gemeinschafts-unterkünften für Zufluchtsuchende als Pilot erprobt.

 

Informationen

07. Dezember 2016 / Britta Kreuzer

Das Interesse an den Sprach- und Elternbildungsprogrammen Rucksack Kita und Griffbereit ist enorm. In den Einrichtungen hoffen Fachkräfte und Eltern auf Unterstützung bei Sprachbildungs- und...
In über 20 Standorten in Niedersachsen werden die Programme Rucksack Kita und Griffbereit umgesetzt, mehr als 160 Gruppen sind derzeit gemeldet.

09. September 2016 / Britta Kreuzer

Gute Perspektiven für Sprache, Teilhabe und Integration Die Programme Rucksack und Griffbereit sind Elternbildung und Sprachbildung in Einem. Mehrsprachigkeit ist die Ressource auf die die erprobten...

01. Juli 2016 / Britta Kreuzer

Am 31.08. lädt die neue Landeskoordinierungsstelle für Rucksack und Griffbereit in Niedersachsen zum Treffen der Koordinator/innen nach Hannover ein. Bei dieser Gelegenheit soll die Arbeit der...
Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt mit der neuen Landeskoordinatorin, Britta Kreuzer, in der Geschäftsstelle des Praxisnetzwerks für Soziale Stadtentwicklung

07. Juni 2016 / Britta Kreuzer

In Kindertagesstätten und Grundschulen werden vielfach qualifizierte Sprachförderprogramme angeboten. Die Förderprogramme „Griffbereit“ und „Rucksack“ für Kinder und Eltern mit Zuwanderungsbiografie...

Die Programme Griffbereit, Rucksack Kita und Rucksack Schule richten sich anschlussfähig an Eltern und Kinder im Laufe der Bildungskette Krippe, Kita-Kindergarten-Familienzentrum und Grundschule. Ausgebildete Honorarkräfte bereiten die Gruppenstunden vor und leiten sie an. Die Parallelisierung der Inhalte in Gruppenstunden und Aktivitäten im Kita-Gruppen-Alltag ist ein wichtiger Bestandtteil des Programms - so können die Eltern mit ihren Kindern an deren Lebenswelt und Erfahrungen anknüpfen.

Die Honorarkräfte werden auch nach ihrer Qualifizierung von den Koordinator*innen vor Ort begleitet und reflektieren gemeinsam ihre Arbeit. Die Qualität in der Umsetzung wird durch die Professionalisierung der Honorarkräfte, durch lizensierte Fortbildungen, Material und Grundkonzeption und aktive Mitgestaltung durch die Kita/des FZ gewährleistet.

Die Kurzbeschreibungen der Programm im Einzelnen finden Sie hier:

Griffbereit

Rucksack Kita

Rucksack Schule

Die Programme wurden nach verschiedenen Kriterien evaluiert. Ergebnisse, Links und Aussagen zur Wirkung finden Sie hier.

Für die Umsetzung vor Ort können Kommunen in Niedersachsen Mittel aus der Richtlinie Familienförderung des Sozialministeriums einsetzen.

Rucksack - wie geht das? Eine kurze Übersicht über den Einsatz des Programms hilft bei der Einführung vor Ort.

Griffbereit - Eltern und Kinder entdecken gemeinsam Spiel und Sprache

Das Programm "Griffbereit" richtet sich an Eltern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit Kleinkindern bis drei Jahren. In zweisprachigen Spielgruppen werden die Kinder in ihrer Muttersprache gestärkt und lernen spielerisch die deutsche Sprache. Gleichzeitig erhalten die Eltern zahlreiche Anregungen für die Förderung ihrer Kinder.

Ziele des Griffbereit-Programms sind

  • die Förderung der deutschen Sprache,
  • die Stärkung der allgemeinen Entwicklung und
  • der Sprachkompetenz in der Muttersprache,
  • eine interkulturelle Erziehung und
  • die Integration in Gesellschaft und Institutionen der frühkindlichen Bildung

Das Programm wendet sich an die Mütter und Väter als die ersten Sprachvorbilder: Mit Griffbereit lernen sie, ihre Kinder beiläufig und regelmäßig in entwicklungsfördernde Kommunikations- und Sprachspiele zu verwickeln. Etwa ein Jahr lang treffen sich die Eltern-Kind-Spielgruppen einmal wöchentlich, um gemeinsam zu singen, zu spielen und sich über Erziehungsfragen auszutauschen. Jeweils zwei dafür ausgebildete Elternbegleiterinnen leiten die zweisprachigen Gruppen an. Als Unterstützung für zuhause liegen Elternmaterialien mit Anregungen rund um Spiel und Sprache in Deutsch, Türkisch, Russisch, Arabisch, Vietnamesisch, Englisch und Albanisch vor. Weitere Übersetzungen werden angestrebt.

Griffbereit wird vorzugsweise in Kindertageseinrichtungen oder Familienzentren durchgeführt. Dadurch werden die Familien früh an das Bildungssystem herangeführt. Durch Griffbereit kommen Kleinkinder aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte schon sehr früh mit der deutschen Sprache und deutsche Kinder mit einer Fremdsprache in Kontakt.

Rucksack KiTA - Sprachförderung für Familien mit Migrationshintergrund

Mit dem Konzept "Rucksack KiTa" soll die Mehrsprachigkeit der Kinder gefördert werden, um ihnen eine soziale und berufliche Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig können Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt und gefördert werden. Dies wiederum soll das Selbstbewusstsein der Familien mit Migrationshintergrund stärken: sie arbeiten an dem Programm verantwortlich mit und erfahren mehr darüber, wie wichtig eine Sprachförderung für ihre Kinder ist.

Das Programm "Rucksack" zielt insofern ab auf die Förderung der

  • Muttersprachenkompetenz
  • deutschen Sprache
  • allgemein kindlichen Entwicklung

bei Familien mit Migrationshintergrund.

Als Experten für die Erziehung ihrer Kinder sind die Eltern die Ansprechpersonen für den Erwerb der Muttersprache. Dafür treffen sie sich in dem neunmonatigen Programm wöchentlich, um die Arbeitsschritte durchzuführen, die sie zu Hause in der Familie wiederholen. In der Regel besuchen die Mütter das Programm. Die Beteiligung der Väter wird durch die Einbeziehung zuhause und durch spezielle Väter-Module gefördert. Angeleitet und beraten werden die Familien von ausgebildeten zweisprachigen Elternbegleiterinnen. Als Unterstützung für zuhause liegen Elternmaterialien mit Anregungen in Deutsch, Türkisch, Russisch, Arabisch, Italienisch, Serbisch (Kroatisch) und Englisch vor.

Voraussetzung für das Programm Rucksack ist, dass es an eine Kindertagesstätte angebunden ist. Hier erfolgt die Förderung in der deutschen Sprache parallel zu der Arbeit mit den Eltern. Dabei koordinieren die Kindertageseinrichtung und die Elterngruppe ihre Arbeit. Die Erzieherinnen und Erzieher gehen mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft ein, die auch die interkulturelle Öffnung der Einrichtung unterstützt.