Westside Culture Clash

Westside Culture Clash
Musicalfilm über Integrationsklischees, kulturelle Vorurteile und die Jugend von heute

Kontaktdaten

Kulturzentrum musa e.V.
Hagenweg 2a
37081 Göttingen
Telefonnummer: 
0551 64353
Faxnummer: 
0551 632473
Emailadresse: 
Projektbeschreibung

"Das hat Chief Kato gerade noch gefehlt: Seine nervige Familie verlangt von ihm Botengänge im Dienste der Nächstenliebe in Flüchtlingsunterkünfte, während er versucht, seine Gang in den Griff zu bekommen. Denn geplant ist eine große Sache in der Schule – an markigen Sprüchen fehlt es in dem Chaos-Trüppchen nicht, dafür aber an IT-Fachkompetenz für den großen Coup. Da taucht aus dem Nichts die geheimnisvolle Tanita auf, die sich partout nicht verscheuchen lassen will. Und die ganze Gruppe aufmischt."

Political Correctness sucht man umsonst in „Westside Culture Clash“, dafür findet man eine Menge Herz, einen mitreißend schrägen Soundtrack und sensationelle Tanz- und Akrobatikeinlagen. Das Projekt hat 2017 den Förderpreis Musikvermittlung des Musiklands Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung gewonnen.

Kurzbeschreibung des Projekts:
Irgendwo zwischen britischer Culture-Clash-Komödie, indischem Bollywood-Musical und US-amerikanischer Westside Story befindet sich „Westside Culture Clash“. Im Problemquartier Weststadt wird musikalisch eine Geschichte über geflüchtete junge Menschen erzählt, die sich einer Clique von Jugendlichen anschließen, welche wiederum aus Migrant/innen der zweiten und dritten Generation besteht. Eine klassische Liebesgeschichte bildet die Folie für Konflikte, Vorurteile und Stereotype, die sich um kulturelle Herkunft und um Integration drehen. Dabei wird nicht nur gesprochen und gespielt, sondern vor allem Musik gemacht:

Die Hauptmusikrichtung ist zwar Hiphop, dieser vermischt sich aber mit bestehenden Tanz- und Musikgruppen aus dem Kulturzentrum musa und weiteren Gruppen aus Stadt und vor allem Stadtteil. Mit dabei: die Turn- und Tanz AGs des Otto-Hahn-Gymnasiums, eine Band der Freien Musikschule am Wall, eine Bigband der Geschwister Scholl Gesamtschule, eine Hiphop Dance Gruppe der Göttinger Dance Academy, das Interkulturelle Orchester der musa, der Fanfarenzug Neuhof/ Harz, die Power-Drummerinnen von Grün-Weiß Hagenberg, eine Rope Skipping Gruppe des Turnvereins Roringen und die Seniorentanzgruppe der musa. So prallen bei dem Projekt auch musikalisch Welten aufeinander.

Es entsteht ein Musicalfilm mit 120 Mitwirkenden, dessen Hauptcast aus einer Gruppe von 7 Jugendlichen besteht, die sich aus Migrant/innen der zweiten und dritten Generation sowie aus jungen Menschen mit Fluchterfahrungen zusammensetzt. Diese Jugendlichen spielen die Szenen, rappen und singen die Songs, deren Texte sie auf der Basis der entwickelten Story unter professioneller Anleitung selbst schreiben.

Der Film hat das Ziel, die Absurdität vieler Integrationskonflikte aufzuzeigen, die kulturelle Vielfalt im Stadtteil abzubilden und dabei höchst unterhaltsam zu sein. Er wird von Juni bis September 2018 im Kulturzentrum musa, in Schulen, in einem Programmkino und in Unterkünften für Geflüchtete gezeigt.

Die Premiere findet am 23.06.2018 um 17.00 Uhr im Kulturzentrum musa statt, die zweite Vorstellung am 24.06.2018 um 19.00 Uhr.

 

Künstlerische Leitung:

Sonja Elena Schroeder: Regie

Janina Lieseberg: Skript und Songtexte

Adrian Buchner: Produktion und Arrangement der Musik

Thomas "Tokio" Kirchberg: Film und Schnitt

In der Göttinger Weststadt wurden 2015/16 drei neue Unterkünfte für Geflüchtete aus Krisengebieten gebaut. Seit dem Sommer 2016 sind mehrere hundert Menschen an den Standorten Europaallee, Hagenweg und Schützenanger untergebracht. Zusätzlich zu den 350 Bezieher/innen von Asylbewerberleistungen, die bereits 2014 im Stadtteil lebten. Die Weststadt ist aber auch sonst ein belasteter Stadtteil: Hier haben 36% der Bewohner/innen einen Migrationshintergrund (im Vergleich zu 23% im gesamten Stadtgebiet) , die Arbeitslosigkeit ist hoch, der Wohnraum zum Teil marode und deshalb günstig.

Das Projekt will auf die problematische Lage des Stadtviertels aufmerksam machen und Aktivismus fördern. Statt Resignation über die Zustände hervorzurufen, soll der Musicalfilm allen Beteiligten und Zuschauern zeigen, dass man mit Zusammenarbeit und einer guten Portion Humor etwas Großartiges erschaffen kann. Die Mitwirkenden werden immer wieder im Rahmen der Dreharbeiten herausgefordert, ihre eigenen Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen und haben die Möglichkeit, in zahlreichen Film- und Tanzszenen ihre eigenen Begabungen und Talente in das Projekt miteinfließen zu lassen. Dadurch können sie sich durch ihr Engagement Anerkennung verschaffen und selbstbewusster werden. Gleichzeitig wächst bei den Jugendlichen die Wertschätzung für die Fähigkeiten anderer, egal aus welchem kulturellen Kontext diese auch kommen mögen. Es kommt zu einem regen, kreativen Austausch, der schnell die Grenzen des eigenen Horizontes sprengt.

Auch die Einbindung unterschiedlichster Musik- und Tanzgruppen soll den Weg zu einem harmonischen Miteinander ebnen, bei dem weder Alter, Geschlecht oder Kultur eine Rolle spielen. Die Einbindung der sehr unterschiedlichen Zielgruppen kann helfen, eine breite Masse für die Themen Integration, Vorurteile und Zusammenhalt zu sensibilisieren und nachhaltig einen respektvollen Umgang zu fördern.

Anregung einer öffentlichen Diskussion über Integrationskonflikte

Sowohl durch die Dreharbeiten, bei denen die Beteiligten ihre Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen und kulturellen Hintergründen in ihr unmittelbares Umfeld tragen, als auch durch die Filmvorführungen wird humorvoll das Thema "Integrationskonflikt" in den Vordergrund gerückt. Eigene Vorurteile müssen überdacht werden und gleichzeitig werden Probleme thematisiert, die normalerweise im Dschungel der Political Correctness untergehen.

Imageverbesserung des Stadtteils

Öffentliche Präsentation des fertigen Films in verschiedenen Einrichtungen.
Name des Projektgebietes: 
Göttingen Weststadt
Stadttyp: 
Großstadt (über 100.000 Einwohner)
Einwohnerzahl des Projektgebietes: 
13500
Das Projektgebiet liegt im Programmgebiet „Soziale Stadt“: 
ja
Zeitraum (aufgenommen / beendet): 
01.10.2017
Quelle / Anmerkungen: 
Voruntersuchung für Bewerbung Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt - Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf"
Abgrenzung des Projektgebietes: 
Die Weststadt ist neben Grone der ärmste Stadtteil Göttingens. Es sind sehr viele Nationalitäten und Kulturen vertreten, die Arbeitslosigkeit ist überproportional hoch. Am Stadtrand gelegen, eingebettet zwischen Gewerbe und Handel und von Hauptverkehrsstrecken durchzogen, ist die Weststadt als Wohnviertel wenig attraktiv. Im Quartier gibt es einen hohen Anteil arbeitsloser Jugendlicher und Hartz IV-Empfänger/innen, die durch niedrige Mieten, bedingt durch marode Bausubstanz, angezogen werden. In Bezug auf die Bevölkerungsstruktur gibt es im Viertel ein Übergewicht sowohl an kleinen, älteren Haushalten als auch an größeren, jüngeren, ausländischen Haushalten. Punktuell werden Alkohol- und Drogenprobleme sichtbar. Die Sozialdaten hatten sich bereits in den 90er-Jahren derart verschlechtert, dass sich die Stadt Göttingen ab 2003 jährlich mit der Weststadt für das Programm „Soziale Stadt – Städte mit besonderem Entwicklungsbedarf“ beworben hat. Nachdem das Sanierungsgebiet verkleinert und das veranschlagte Gesamtvolumen reduziert worden war, ist das sogenannte „Gebiet westlich Maschmühlenweg“ schließlich im Jahr 2009 in das Soziale Stadt-Programm aufgenommen worden. Mit den ohnehin reduzierten Mitteln dürfen ausschließlich bauliche Maßnahmen finanziert werden. Da der Stadtteil aber mehr als bauliche Sanierungsmaßnahmen braucht, sind seit den 80er-Jahren zahlreiche soziale Projekte, teilweise mit überregionaler Bedeutung, in der Weststadt angesiedelt.
Projektgebiet geprägt durch: 
Erhöhter Modernisierungsbedarf bei Wohngebäuden, Wenig attraktives Wohnumfeld, Bauliche Mängel in der vorhandenen Infrastruktur, Fehlen von Einrichtungen mit Treffpunkt-Charakter, Ein schlechtes Gebietsimage, Vermehrten Zuzug von Flüchtlingen, Fehlende Arbeitsplätze und Beschäftigungsangebote
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