Wir für die Neustadt

Wir für die Neustadt
Gemeinwesenprojekt zur Stärkung der Selbsthilfestrukturen und zur Förderung des Zusammenlebens in der Quakenbrücker Neustadt

Kontaktdaten

Stadtteilbüro Quakenbrück Neustadt
Friedrichstraße 37A
49610 Quakenbrück
Projektbeschreibung

Das Projekt zielt darauf ab, durch den Aufbau von Gemeinwesenarbeit die Selbsthilfekräfte der BewohnerInnen im benachteiligten Quakenbrücker Stadtteil Neustadt zu stärken und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu verbessern. Problembereiche und aktuelle Themen im Stadtteil sollen identifiziert und BewohnerInnen sowie Vereine (hier v.a. auch die bestehenden und sich entwickelnden MigrantInnenvereine im Stadtteil) bei der Entwicklung von Lösungsvorschlägen unterstützt werden. Schließlich sollen interessierte BewohnerInnen sowie Mitglieder von Vereinen und Gruppen für die Mitarbeit in einer Stadtteilinitiative gewonnen werden, um feste Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements zu etablieren und die Teilhabe der BewohnerInnen am Stadtteilleben zu fördern. Langfristig soll das Projekt durch die Stärkung und Vernetzung des bürgerschaftlichen Engagements den Entwicklungsprozess des Stadtteils positiv beeinflussen, Kontakt- bzw. Dialogmöglichkeiten zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft im Stadtteil fördern und Konflikte im gesellschaftlichen Zusammenleben verringern.


Ergänzung Projektjahr 2018:

Das Projekt ist im Oktober 2017 gestartet. Seitdem hat die im Projekt eingesetzte Sozialarbeiterin damit begonnen, Kontaktgespräche im Quartier zu führen und vertrauensvolle Bezüge zur BewohnerInnenschaft aufzubauen. Des Weiteren wurden Gespräche mit verschiedenen sozialen Akteuren im Stadtteil geführt, wobei die Ziele des Projekts vorgestellt und gemeinsame Schnittstellen bzw. Koooperationsfelder besprochen wurden. 

Für das Haushaltsjahr 2018 liegt der Schwerpunkt darauf, den Kontakt zu den BewohnerInnen weiter zu intensivieren. Dabei sollen mithilfe von kleineren aktivierenden Befragungen Problembereiche identifiziert und die Mitwirkungsbereitschaft der BewohnerInnen erörtert werden. Ausgehend von den identifizierten Interessen sollen im Jahr 2018 gemeinsam mit den BewohnerInnen erste (punktuelle) Aktionen und Aktivitäten initiiert werden, um das Stadtteilleben anzustoßen und die Selbstwirksamkeit der BewohnerInnen zu stärken.


Ergänzung Projektjahr 2019:

Im Jahr 2018 hat die Sozialarbeiterin mit dem mobilen Stadtteilbüro insgesamt drei verschiedene Standorte im Quartier aufgesucht. Die Möglichkeit, jeweils für längere Zeit in direkter Nachbarschaft zu den Bewohner*innen zu agieren, hat sich positiv auf die Aufnahme von Kontakten ausgewirkt und das mobile Stadtteilbüro hat sich zunehmend als Anlaufstelle für Menschen aus dem Stadtteil entwickelt. Die Niedrigschwelligkeit des Angebots hat zahlreichen Bewohner*innen geholfen, ihre Hemmschwellen zu überwinden und ihre Interessen und Bedürfnisse kundzutun. Gerade für Menschen mit konkretem Beratungs- oder Unterstützungsbedarf stellt das mobile Stadtteilbüro einen wichtigen Erstkontakt dar, von wo aus die Hilfesuchenden zu entsprechenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten weitervermittelt werden können.

Im Jahr 2019 ist geplant, weitere Standorte in der Neustadt aufzusuchen, um einen möglichst umfassenden Einblick in die spezifischen Interessen und Bedürfnisse der Bewohner*innen unterschiedlicher Nachbarschaften in dem äußerst heterogenen Stadtteil Neustadt zu erhalten. Weiterhin sollen auf Grundlage der identifizierten Interessen und Bedürfnisse kleinere Aktionen und Veranstaltungen organisiert werden, die den Stadtteil beleben und Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft in Kontakt bringen.

 

Der Quakenbrücker Stadtteil Neustadt ist gekennzeichnet durch städtebauliche Mängel, soziale Problemlagen und Spannungen im Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Das „Soziale Stadt“ Projektgebiet weist eine hohe Konzentration von MigrantInnen mit schwachen Integrationsvoraussetzungen und einen hohen Anteil an SGB II- EmpfängerInnen auf. Der Zugang zu bestimmten MigrantInnengruppen erweist sich seit Jahren als schwierig. Es gibt nur wenige MultiplikatorInnen und eine geringe Bereitschaft, das Leben im Stadtteil aktiv mitzugestalten. Einige der in der Neustadt ansässigen MigrantInnenvereine (u.a. Islamischer Kulturverein, Sportverein Schwarz-Weiß Quakenbrück) sind noch jung und benötigen Unterstützung in ihrer weiteren Entwicklung. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit und zwischen (MigrantInnen)vereinen in der Neustadt bietet die Chance, Konflikte, Hemmschwellen und Unsicherheiten im Kontakt und dem Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft im Stadtteil langfristig zu verringern und weitere Ressourcen zu erschließen. Hierzu bedarf es den Aufbau von Gemeinwesenarbeit, da eine intensive gemeinwesenorientierte Sozialarbeit durch das Quartiersmanagement alleine nicht geleistet werden kann. Auch insgesamt mangelt es im Stadtteil an Selbstorganisation und Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements. Die Etablierung einer Stadtteilinitaitve als Plattform für BürgerInnen, das soziale und kulturelle Leben in der Neustadt aktiv mitzugestalten und die Entwicklung des Stadtteils positiv zu beeinflussen, ist auch im Hinblick auf die zeitliche Begrenzung der Förderung durch das „Soziale Stadt“-Programm besonders wichtig.


Ergänzung Projektjahr 2018:

Vor dem Hintergrund des späten Projektbeginns im Oktober 2017 kann die Ausgangslage im Stadtteil als unverändert beschrieben werden.


Ergänzung Projektjahr 2019:

Im Projektjahr 2018 hat sich im Rahmen der aufsuchenden Arbeit mit dem mobilen Stadtteilbüro an unterschiedlichen Standorten in der Neustadt gezeigt, dass der Stadtteil und seine BewohnerInnenschaft viel heterogener ist, als noch zu Beginn des Projekts vermutet. Je nach Standort des Bauwagenbüros und je nach Personengruppe (z.B. jung/alt, mit/ ohne Migrationshintergrund) wurden teils sehr unterschiedliche Problemstellungen, Bedürfnisse und Interessen identifiziert. Zudem wurde deutlich, dass zu Beginn viel Erklärung, Unterstützung und Zeit nötig ist, um vertrauensvolle Bezüge aufzubauen und Menschen zu motivieren, in ihrem Wohnumfeld aktiv zu werden. Besonders für Menschen mit Migrationshintergrund, die noch nicht lange in Deutschland leben, erscheint die Möglichkeit einer Beteiligung am Stadtteilleben oder gar die Mitarbeit in einer Stadtteilinitiative noch recht weit entfernt. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen und Erkenntnisse wurden die Haupt- und Unterziele des Projekts an einzelnen Stellen angepasst. So soll der aufsuchenden Arbeit im Projekt sowie den hierbei identifizierten Bedürfnissen und Interessen der BewohnerInnen zunächst mehr Raum gegeben werden, um auf dieser Grundlage kleinere Projekte und Aktionen zu initiieren, die Begegnung fördern und zu weiterer Selbstorganisation anregen. Die Gründung einer Stadteilinitiative wird nicht aus den Augen verloren, jedoch kann dies nur ein langfristiges Projektziel darstellen, welches viel Vorarbeit bedarf.

Aufbau von Gemeinwesenarbeit zur Stärkung der Selbsthilfekräfte von BewohnerInnen im Quartier

Identifizierung von Problembereichen und aktuellen Themen im Stadtteil

Aufsuchende Arbeit im Quartier durch den/die SozialarbeiterIn in einem mobilen Büro (Einsatz eines vorhandenen Bauwagens), Weitervermittlung von Hilfesuchenden zu bestehenden Beratungsangeboten, Zusammenfassung in einem Kurzbericht mit Ansätzen für Unterstützungsmöglichkeiten für die aufgesuchten Standorte

Einbezug der BewohnerInnen und ihres Erfahrungswissens bei der Entwicklung von Ideen zur Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen im Stadtteil

Aufsuchende Arbeit und Durchführung von aktivierenden Befragungen mit BewohnerInnen im Quartier durch den/die SozialarbeiterIn in einem mobilen Büro (Einsatz eines vorhandenen Bauwagens)

Gewinnung von MultiplikatorInnen, die in ihre Dialoggruppe hineinwirken und weitere Ressourcen erschließen

Durch intensivierten Kontakt zu den Vereinen und Gruppen im Quartier sowie durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Face-to-Face-Gespräche des/der SozialarbeiterIn sollen weitere MultiplikatorInnen gewonnen werden

Verbesserung des Zusammenlebens und der Vernetzung unterschiedlicher BewohnerInnengruppen im Stadtteil

Entwicklung von Kontakt- und Dialogmöglichkeiten auf Grundlage der Bedürfnisse und Interessen der BewohnerInnen

Auf den organisierten Aktionstagen, Stadtteilfesten und sozialen Mikroprojekten werden Kontakt- und Dialogmöglichkeiten interkultureller und intergenerationaler Art gefördert

Verbesserung des Zusammenlebens unterschiedlicher BewohnerInnengruppen im Stadtteil

Es werden die Nachbarschaftskonflikte in der Neustadt in den Blick genommen. Vorurteile und Spannungen sollen durch gemeinsame Aktivitäten und Dialoge verringert werden (z.B. eine gemeinsame Tafel von der Tilsiter Straße bis zum Königsberger Platz, an die alle BewohnerInnen eingeladen sind, Essen mitzubringen und von dem Essen anderer TeilnehmerInnen zu probieren)

Vernetzung von Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements im Stadtteil

Initiierung von Kooperationen und Partnerschaften (wie z.B. ein Interreligiöser Dialog zwischen dem islamischen Kulturverein und der evangelischen Gemeinde in der Neustadt)

Bündelung von Kräften der BewohnerInnen durch den Aufbau einer Stadtteilinitiative

Anregung von Selbstorganisation und Bürgeraktivitäten, Gewinnung von Interessierten zur Mitarbeit in einer Stadtteilinitiative

In den Face-to-Face-Gesprächen des/der SozialarbeiterIn sowie im Rahmen von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen sollen BewohnerInnen motiviert werden, sich (z.B. in einer Stadtteilinitiative) zu engagieren

Förderung der Selbstwirksamkeit von BewohnerInnen durch direkte Teilhabe am Stadtteilleben (Planung und Durchführung von Aktionstagen, Stadtteilfesten und sozialen Projekten)

BewohnerInnen werden bei der Umsetzung von zunächst kleineren und später größeren Veranstaltungen eingebunden

Etablierung von festen Strukturen zur Förderung der Bürgerbeteiligung und des bürgerschaftlichen Engagements

Regelmäßige Treffen der Interessierten zunächst in Form einer lockeren Runde, später mit Tagesordnung und Aufgabenverteilung
Stadttyp: 
Kleinstadt (5.000 - 20.000 Einwohner)
Einwohnerzahl des Projektgebietes: 
4566
Das Projektgebiet liegt im Programmgebiet „Soziale Stadt“: 
ja
Zeitraum (aufgenommen / beendet): 
30.10.2003
Quelle / Anmerkungen: 
Stand Oktober 2018
Projektgebiet geprägt durch: 
Deutlich abgegrenztes Gebiet in städtische Randlage, Erhöhter Modernisierungsbedarf bei Wohngebäuden, Wenig attraktives Wohnumfeld, Schlechte Nahversorgung (Waren, Dienstleistungen, medizinische Versorgung), Vernachlässigte Spielanlagen, Sportplätze, Kleingartenkolonien, Fehlende Infrastruktur (Soziales, Kultur, Bildung, Sport, Freizeit und Verkehr), Bauliche Mängel in der vorhandenen Infrastruktur, Fehlen von Einrichtungen mit Treffpunkt-Charakter, Kaum / nichtvorhandene lokale Ökonomie, Ein schlechtes Gebietsimage, Fehlende Arbeitsplätze und Beschäftigungsangebote
Merkmale des Projektgebietes: 

Ausländische Bewohner/innen Replicated

Anmerkung: 
Stand 2018 (Vergleich 2015: 38% ausländische Bewohner/innen im Projektgebiet)

Arbeitslose Menschen (gesamt) Replicated

Anmerkung: 
Für das Sanierungsgebiet oder den Stadtteil Neustadt liegen keine offiziellen Daten zur Arbeitslosigkeit vor. Die Zahl der Arbeitslosen im Projektgebiet ist geschätzt.

Anteil Kinder (bis 14 Jahre) Replicated

Anmerkung: 
Stand 2018

Jugendliche/junge Erwachsene (bis 26 Jahre) Replicated

Anmerkung: 
Stand 2018

Anteil der älteren Bewohner/innen (ab 60 Jahre) Replicated

Anmerkung: 
Stand 2018

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Replicated

Anmerkung: 
Geschätzter Wert für das Projektgebiet
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