StadtteilAktivKasse Nordstadt.Mehr.Wert e.V.

StadtteilAktivKasse Nordstadt.Mehr.Wert e.V.

Kontaktdaten

Nordstadt.Mehr.Wert i.G.
c/o Stadtteilbüro Nordstadt
Hochkamp 25
31137 Hildesheim
Projektbeschreibung

Das beantragte Projekt soll einen Impuls zum Aufbau eines lokalen StadtteilAktivKasse geben, der das freiwillige Engagement von Bewohner*innen in ihrem Wohngebiet fördert und unterstützt. Die Stadtteilkasse ist ein gebietsbezogenes Budget, das der Verbesserung des Zusammenlebens in einem „sozialen Brennpunkt“ dient. Das bedeutet, dass z.B. das Zusammenleben der Generationen, der Einheimischen und der Zugewanderten, die Kinder- und Familienfreundlichkeit sowie räumliche Gegebenheiten verbessert werden. Erreicht werden soll dies durch Kleinstprojekte, die die Bewohner*innen der betreffenden Gebiete eigenverantwortlich planen und umsetzen. Eine aus Freiwilligen zusammengesetzte Jury von Bewohner*innen oder in der Hildesheimer Nordstadt tätigen Ehrenamtlichen entscheidet, wie die Gelder der "StadtteilAktivKasse" zur Verbesserung der Zusammenlebens und des Engagements ausgegeben werden sollen. Den Akteuren soll so das Vertrauen entgegengebracht werden, in eigener Verantwortung für ihre Nachbarschaft freie Entscheidungen zu fällen. Die Bewohner*innen werden als Expert*innen für die Verbesserung ihres eigenen Lebensumfeldes anerkannt. Die beantragte StadtteilAktivKasse lehnt sich an den Ansatz der „StadtteilAktivKassen“ an, die in den Jahren 2006 bis 2008 vom Land Niedersachsen in Kooperation mit der Landesarbeits-gemeinschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Niedersachsen e.V. an sieben Standorten als Aktivierungs- und Beteiligungsansatz erprobt wurde. Dieser Ansatz hat sich in der Modellphase als innovatives Instrument zur Förderung freiwilligen Engagements und zur Stärkung der individuellen und sozialräumlichen Selbsthilfe in benachteiligten Stadtteilen bewährt. Im der Hildesheimer Nordstadt wurde das Konzept der „StadtteilAktivKassen“ bisher nicht durchgeführt. Die Installation der StadtteilAktivKasse im Projektgebiet stellt für diesen „sozialen Brennpunkt“ eine neue Möglichkeit dar, die Selbsthilfe(potentiale) der Bewohnerschaft zu stärken.

Die StadtteilAktivKasse bietet der Bewohnerschaft:

• die Anbindung an den Stadtteilverein (Antragssteller) als Ausgangspunkt für eigenverantwortliches Handeln,
• einen niedrigschwelligen Zugang zur Selbstorganisation,
• das Erleben von Selbstwirksamkeit und
• die Wertschätzung des freiwilligen Engagements durch finanzielle Unterstützung

Dadurch werden weitere Aspekte ermöglicht, die die Selbsthilfe im Sozialraum fördern:

• Kleinstprojekte dienen als Ausgangspunkt für Engagement in größer angelegten Projekten und Maßnahmen.
• Die Bewohnerschaft übernimmt Verantwortung für Projektinhalte und den sorgsamen Umgang mit den Projektmitteln in der Jury.
• Engagement von Bewohner/innen verschiedenen Alters, beiderlei Geschlechts und unterschiedlicher Kulturen findet statt.
- Partner in Politik, Verwaltung und Wirtschaft werden für partizipative Prozesse im Stadtteil gewonnen.

Positive Effekte auf die sozialräumliche Wirkung , die durch das Modellprojekt der „StadtteilAktivKasse“ belegt wurden, sind: • Bestehendes, eher unverbindliches Engagement wird stabilisiert und somit eine hohe Synergie der Projekte im Stadtteil erreicht.

• Durch den einzuwerbenden finanziellen Eigenanteil werden weitere Partner in die Entwicklung des Stadtteils mit einbezogen.

• Das Image des Stadtteils verbessert sich durch in der Öffentlichkeit vorgestellte und nachhaltig sichtbare Kleinprojekte.

• Partner in Politik, Verwaltung und Wirtschaft werden gewonnen, die partizipativen Prozesse im Stadtteil zu unterstützen und weiter zu fördern.

Die beantragte StadtteilAktivKasse trägt somit durch die Verlagerung von Entscheidungskompetenzen zu den Betroffenen dazu bei, lokale Verantwortlichkeiten auszubauen und örtliche Netzwerke zu fördern. Zusätzlich stellt sie mit ihrer Ausrichtung auf bewohnergetragene Projekte und der ausschließlich aus Bewohner/innen oder in der Hildesheimer Nordstadt tätigen Ehrenamtlichen gebildeten Jury einen eigenständigen Beitrag zur Förderung des freiwilligen Engagements mit Vorbildcharakter dar. Die StadtteilAktivKkasse ermöglicht sowohl Bewohnern als auch Bewohnerinnen aus unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Altersgruppen eine Mitwirkung im Quartier. Die Bewohnerstruktur des Sozialraumes soll sich optimalerweise in der Gruppe der Aktiven wiederspiegeln. Das Projekt soll zwei Jahre andauern, vom 1. September 2017 bis zum 31. August 2019 und erstreckt sich somit über drei Haushaltsjahre. Im ersten Haushaltsjahr 2017 sollen 2.500 Euro Spenden eingesammelt werden, in 2018 sollen 5000 Euro Spenden und 2019 nochmal 2500 Euro Spenden gesammelt werden, sodass am Ende 10000 Euro Spenden eigesammelt werden und vom Land Niedersachen 10000 Euro gefördert werden.


Im Jahr 2017 konnten bereits einige Spenden generiert werden. Darüber hinaus wurden Bewohnende aus der Nordstadt angesprochen ob sie Interesse an der aktiven Teilnahme an der Jury haben. Bis zum Ende des Jahres soll diese Jury fest eingerichtete sowie informiert und trainiert sein, Anträge entgegenzunehmen und zu entscheiden.


Ergänzung Projektjahr 2018:

In 2018 konnten erneut Spenden gesammelt werden und für das Projekt Stadtteil.Aktiv.Kasse genutzt werden. Die Jury hat erste Anträge entgegennhemen und einen Rythmus/Ablauf gefunden um diese zu bearbeiten. Die Jury besteht aus 5 Mitgliedern und einem Vorstandsmitglied vom Trägerverein Nordstadt.Mehr.Wert e.V., welcher der Jury beratend beisteht udn die Interessen des Vereins im Auge behält. Die Jury hat sich Krieterien zur Förderung gesetzt und einen Flyer erstellt der gleichzeitig als Antragsforumlar dient. Zu einigen Anträgen wurde im vorhinein ein Gespräch mit den Antragsstellen geführt oder diese waren auf der Sitzung anwesend. Der Kontakt zu den Antragsstellenden ist der Jury wichtig um das genau Vorhaben zu begreifen und adequat zu fördern. Die Jurymitglieder haben wenn möglich auch an den geförderdten Aktionen teilgenommen und die Antragsstellenden bis zur Abrechnung begleitet. Die Stadtteil.Aktiv.Kasse konnte bereits gut im Stadtteil etabliert werden.


Ergänzung Projektjahr 2019:

In 2019 sollen erneut weitere Spenden gesammelt werden, es soll öffentliche Aktionen geben sowie mehr Pressearbeit zu den bisher genehmigten Projekten um Anregungen für Interessierte zu geben. Mit bereits geförderten Projekten soll bei einem Event gezeigt werden was alles möglich ist und mehr Bewohnerinnen und Bewohner anregen einen Antrag zu stellen. Weiterführend soll sich die Jury mit weiteren Möglichkeiten der Finanzierung beschäftigen, um Antragsstellenden Hinweise geben zu können wo sie über die Stadtteil.Aktiv.Kasse hinaus (bezogen auf Budget und Zeitlichem Rahmen) Gelder für Projkete herbekommen. 

Der Verein Nordstadt.Mehr.Wert e.V., als unterstützende Einrichtung, aktiviert und bündelt weiterhin Ideen und Wünsche von Bewohnenden und animiert sie zu Antragsstellungen sowie der Durchführung und Umsetzung der Ideen und begleitet sie soweit notwenidg und gewünscht.

 

Eine Besonderheit der Hildesheimer Nordstadt besteht darin, dass eine große Zahl an sehr verschiedenen religiösen bzw. Werte-Gemeinschaften hier ihren Sitz hat. Die große Unterschiedlichkeit der Bevölkerung bildet sich darin in besonderer Weise ab. Zugleich leben in der Nordstadt überdurchschnittlich viele Menschen von Transferleistungen, sind demnach nicht in der Lage aus eigenen Kräften für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Weiterhin leben hier zunehmend viele Menschen mit Behinderungen, die im Zusammenhang der sog. Konversionsprozesse der Einrichtungen der Lebenshilfe und der Diakonie Himmelsthür in eine zu fördernde inklusive Gesellschaft zu integrieren sind. Der Anteil an Menschen mit ausländischer Staatsangeörigkeit ist in der Nordstadt höher als in anderen Stadtteilen. Wichtig ist dabei die Perspektive einer positiven, die Chancen sehenden Betrachtungsweise dieser Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Die hohe Zahl der Haushalte Alleinerziehender weist auf eine erhöhte Zahl an Hilfebedürftigen im Bereich der Hilfen zur Erziehung hin. Zugleich gibt es viele Einpersonen-Haushalte, worin ein möglicher Grund für die zunehmende Anonymisierung liegen könnte. Die Familien, die in der Nordstadt wohnen, sind größer als in anderen Stadtteilen. Dazu passt die deutlich höhere Frauenerwerbslosigkeit, die zugleich die Zahl der Familien in prekären Lebenslagen höher erscheinen lässt. In der Nordstadt, insbesondere der südlichen Nordstadt, gibt es die günstigsten Wohnungen des gesamten Stadtgebiets, zugleich ist eine entsprechend höhere Fluktuation zu verzeichnen. Außerdem befindet sich hier die städtische Unterkunft für Flüchtlinge, sowie die meisten der dezentral angemieteten Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen, sowie eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen.

Aufbau einer StadtteilAktivKasse

Festlegung der Rahmenbedingungen zur Beantragung von Geldern und Festlegung von Auswahlkriterien zur Förderung einzelnen Projekte

Recherche zu bereits bestehenden Stadtteil.Aktiv.Kassen, Diskussionen

Bildung einer Jury zur Auswahl von Projekten

Beratung und Weiterbildung der Jury zu den Rahmenbedingungen und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten

Motivation von Bewohnerinnen und Bewohnern zur Eigeninitiative

Förderung der Nachbarschaft bzw. des Zusammenlebens im Stadtteil

Imageverbesserung nach außen und innen

Belebung der Stadtteilkultur

eigenverantwortliches Handeln stärken

Förderung der demokratischen Teilhabe

Befähigung und Information von Antragsstellenden zu Finanzierungsmöglichkeiten von kleinen Projekten

Förderung von Begegnungsmöglichkeiten

Stärkung der Identifikation mit dem Stadtteil

Name des Projektgebietes: 
Hildesheim Nordstadt
Stadttyp: 
Großstadt (über 100.000 Einwohner)
Einwohnerzahl des Projektgebietes: 
10789
Das Projektgebiet liegt im Programmgebiet „Soziale Stadt“: 
ja
Projektgebiet geprägt durch: 
Hohe Einwohnerdichte, Erhöhter Modernisierungsbedarf bei Wohngebäuden, Anonyme Frei- und Grünflächen mit Defiziten in der Aufenthaltsqualität, Fehlende Infrastruktur (Soziales, Kultur, Bildung, Sport, Freizeit und Verkehr), Ein schlechtes Gebietsimage, Starke und übermäßig schnelle Veränderung der Bewohnerstruktur, Vermehrten Zuzug von Flüchtlingen, Zunahme von Transferleistung
Merkmale des Projektgebietes: 

Anteil Kinder (bis 14 Jahre) Replicated

Anmerkung: 
Stand 2016

Jugendliche/junge Erwachsene (bis 26 Jahre) Replicated

Anmerkung: 
15 bis unter 25 Jahre, Stand 2016

Anteil der älteren Bewohner/innen (ab 60 Jahre) Replicated

Anmerkung: 
ab 65 Jahre, Stand 2016

Ausländische Bewohner/innen Replicated

Anmerkung: 
Stand 2016

Arbeitslose Menschen (gesamt) Replicated

Anmerkung: 
Stand 2014

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Replicated

Anmerkung: 
Migrationsanteil, Stand 2015
Stellungnahme Kommune / Landkreis: 
Voruntersuchung Soziale Stadt/Gebietsabgrenzung: 
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