Gemeinsam aktiv werden im Iduna
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Projektbeschreibung
Im Iduna-Zentrum in Göttingen, einem über Göttingen hinaus bekannten sozialen Brennpunkt im Sanierungsgebiet des Programms „Sozialer Zusammenhalt“, leben viele Menschen in herausfordernden sozialen Situationen und heterogenen Problemlagen. Aufgrund dieser existiert bislang keine kollektive Selbstorganisation, sodass die Bewohner:innen im Programm weder präsent noch selbst repräsentiert sind.
Das Projekt setzt genau hier an: Es wurde damit begonnen, Bewohner:innen aktiv zu befragen, sie niedrigschwellig miteinander in Kontakt zu bringen und sie schrittweise dabei zu unterstützen, eigene Anliegen zu formulieren und gemeinschaftlich aktiv zu werden. Statt punktueller Angebote soll ein langfristige und nachhaltige Selbstorganisation entstehen.
Kern des Vorhabens ist weiterhin der Aufbau kleiner, verlässlicher Gruppen und Begegnungsformate direkt im Wohnumfeld. Diese werden durch Community Organizing begleitet – einen Ansatz, der darauf abzielt, Menschen zu befähigen, ihre Lebensbedingungen selbst mitzugestalten und nachhaltige Beteiligung sowie gegenseitige Unterstützung zu stärken.
Die Projektleitung hat zeitweise selbst im Gebäude gewohnt, mehrere Jahre an der angrenzenden Privaten Hochschule (PFH) gearbeitet und kennt deshalb den Ort sehr gut. Er engagiert sich als Bürger:innenvertreter bereits im Sanierungsgebiet. Der Trägerverein IFAK unterstützt das Projekt verwaltungstechnisch und mit seiner soziokulturellen Expertise.
Fachlich wird das Projekt durch Frau Prof. Dr. Jutta List-Ivankovic von der angrenzenden PFH durch Beratung und Supervision im Hinblick auf die gesetzten Ziele und die Berücksichtigung der Qualitätsstandards der Gemeinwesenarbeit begleitet. Sie bekommt die Probleme vor Ort aufgrund der geografischen Nähe der PFH auch selbst regelmäßig mit.
Die Projektleitung bringt fundierte praktische Erfahrung aus der Gründung und Entwicklung der angrenzenden erfolgreichen Nachbarschaftsinitiative Forum Waageplatz-Viertel ein. Darüber kann das Vorhaben durch gelebte Nachbarschaftshilfe von der Initiative profitieren.
Das Projekt ergänzt bestehende Strukturen im Sanierungsgebiet „Sozialer Zusammenhalt“ und ist in enger Kooperation mit dem Quartiersmanagement und hat sich in der ersten Förderperiode zusätzlich mit relevanten anderen Stakeholdern (z.B. dem neugegründeten Familienzentrum für die Innenstadt) vernetzt. Es trägt dazu bei, Bewohner:innen zu stärken, Isolation zu reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe nachhaltig zu fördern.
Über die erste Förderperiode hinaus wird noch eine weitere Begleitung nötig sein. Allerdings soll sich während der zweiten Förderperiode der Schwerpunkt von der individuellen Ansprache und aktivierenden Befragung mehr hin zum kollektiven Austausch und Organisierung verlagern. Das Projekt ist weiterhin darauf ausgerichtet, die externe Unterstützung durch interne im eigenen und kollektiven Interesse handelnde Kräfte entbehrlich zu machen. Die Selbstwirksamkeit der Beteiligten soll weiter gestärkt werden, sodass sie zunehmend eigenständig Verantwortung übernehmen und nachhaltige Strukturen aus eigener Initiative und Befähigung weiterentwickeln.
Das Iduna-Zentrum gilt als sozialer Brennpunkt mit einer hohen Konzentration sozial benachteiligter und heterogener Bewohner:innen. Diese Ausgangslage erschwert nachbarschaftliches Zusammenleben, gegenseitiges Vertrauen und gesellschaftliche Teilhabe.
Bestehende Unterstützungsangebote stoßen an strukturelle Grenzen: Sie sind häufig projektförmig, institutionell gebunden oder für viele Bewohner:innen schwer zugänglich. Gleichzeitig fehlen im Gebäude selbst niedrigschwellige Räume und kontinuierliche Ansprechpersonen, die eine langfristige Organisierung ermöglichen.
Die bisherigen Gemeinschaftsräume sind aufgrund eines durch das gesamte Gebäude verlaufenden Wasserschadens und damit verbundenen Schimmel- und Ungezieferbefalls bleiben kurz- und mittelfristig nicht nutzbar. Zudem können kommunale Förderinstrumente im Rahmen des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ keine längerfristigen Sach- und Honorar-Kosten abdecken.
Vor diesem Hintergrund besteht ein konkreter Bedarf an einer verlässlichen lokalen Infrastruktur und kontinuierlicher Beziehungsarbeit, um Selbstorganisation, gegenseitige Unterstützung und aktive Mitgestaltung durch die Bewohner:innen zu fördern und noch nicht bestehende Beziehung zu externen Unterstützungsangeboten aufzubauen oder bestehende zu verstärken. Und insbesondere versuchen, bestehende Vorbehalte sowohl von Außen nach Innen als auch von Innen nach Außen aufgrund von zurückliegenden negativen Berichterstattungen oder Erfahrungen zu überwinden.
