Ich habe eine Stimme - Sahlkamp

Ich habe eine Stimme - Sahlkamp
ein Projekt zur Persönlichkeitsstärkung und Selbsthilfe für Frauen

Kontaktdaten

stadtteiltreff Sahlkamp
Elmstraße 15
30657 Hannover
Projektbeschreibung

Das Projekt "Ich habe eine Stimme" richtet sich an Frauen, die sich in herausfordernden Lebensphasen befinden. Über die Stärkung der eigenen Stimme, ihre Bewusstwerdung und das Erweitern ihrer Ausdrucksfähigkeit wird die Körperpräsenz geschult und somit zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins der Persönlichkeit beigetragen.

Viele Frauen verfügen über Ziele, die sie erreichen wollen. Über Kompetenzen, die sie mit anderen Personen teilen möchten. Über Ideen, für was sie sich in ihren Stadtteilen einsetzen wollen. Wir wollen diese Frauen stärken und unterstützen, sie fit machen bzw. ihnen einen Anstoß geben. Dies können u.a. mehr Sicherheit im Alltag, ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch oder auch die Umsetzung eines eigenen Projektes im Stadtteil sein. Indem wir ihnen Techniken zur Selbsthilfe vermitteln, können sie für sich selbst und darüber hinaus in ihrem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld wirksam werden, sie könnten sich im Stadtteil engagieren (z.B. in Gruppen, Vereinen, in den Stadtteilkultureinrichtungen) oder zu Multiplikator*innen werden.

"Ich habe eine Stimme" verbindet soziokulturelle Arbeit mit Theaterpädagogik und schafft einen Raum, um sich selber zu entdecken, gemeinsam zu lernen und zu wachsen. Dadurch werden die teilnehmenden Frauen ermutig und befähigt, sich für sich und ihre Bedürfnisse einzusetzen und ihr Lebensumfeld mitzugestalten. Den Frauen werden Einzelcoachings mit Stimmbildung angeboten, darüber hinaus gibt es Gruppentreffen, in denen gemeinsam gearbeitet und verschiedene Themen behandelt werden.

Das Projekt wird im Sahlkampdurchgeführt, ist aber Teil eines Gesamtverbundes aus drei Projekten an drei Standorten (Hainholz, Stöcken und Sahlkamp). Im Sahlkamp wird es zusammen mit dem Stadtteiltreff Sahlkamp, welcher zentral am Sahlkamp Markt liegt, durchgeführt. In 2021 wird die Projektkonzeption als Pilot in Stöcken und Hainholz durchgeführt (siehe entsprechende Anträge). Die Erfahrungen und Erfolge der ersten beiden Standorte werden zu Ende 2021 ausgewertet und reflektiert. Darauf basierend wird das vorliegende Konzept angepasst und verändert. Dabei sollen die Kolleg*innen aber auch insbesondere die Teilnehmer*innen von den gemachten Erfahrungen und Verbesserungen profitieren. Der Förderzeitraum für diesen Antrag beträgt 1,5 Jahre, in 2021 soll für den Standort Sahlkamp eine erste Auswertung und Anpassung des Konzeptes erfolgen. Die Umsetzung ist dann für 2022 geplant.

Der Stadtteiltreff Sahlkamp verfügt über gute Netzwerke und Kontakte in die Stadtteile, dort arbeiten Stadtteilkultur und Gemeinwesenarbeit eng zusammen. Über den Stadtteiltreff werden u.a. gezielt Frauen angesprochen, bei denen Potenziale und Interessen für dieses Projekt gesehen werden. Zudem dienen die Netzwerke für die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt.

Geleitet wird "Ich habe eine Stimme" von Marianne Iser, Kulturpädagogin und freischaffende Musikerin, Theater- und Filmemacherin. Sie verfügt über die entsprechenden Kompetenzen für die Durchführung dieses Projektes sowie über jahrelange Erfahrung mit soziokulturellen Projekte und der Stadtteilkulturarbeit.

Für das Jahr 2021 fallen Gesamtkosten von 810 EUR, davon 400 EUR Eigenmittel und 410 EUR Finanzierungsbedarf (siehe Finanzplan). Für die Umsetzung in 2022 ist mit Gesamtkosten von 4.000 EUR zu rechnen, davon sind 2.000 EUR an Eigenmitteln vorgesehen, so dass sich ein Finanzierungsbedarf von etwa 2.000 EUR ergibt.

Das Projekt richtet sich an Frauen jeden Alters, jeder Kultur und aus allen sozialen Milieus. Vorwiegend wollen wir Frauen mit Migrationsgeschichte oder einkommensschwachen Frauen eine Teilnahme an diesem Projekt ermöglichen. Viele Frauen in den beteiligten Stadtteilen Hainholz, Stöcken und Sahlkamp befinden sich in persönlich oder auch beruflich herausfordernden Situationen. Dies können schwierige Partnerschaften, Arbeitslosigkeit, geringfügige Beschäftigungen oder finanzielle Notlagen sein. Gleichzeitig können sie auch an Punkten im eigenen Leben stehen, an denen sie etwas Neues beginnen oder etwas Bestimmtes bewirken wollen und den letzten Anstoß benötigen.

Die Motivationen und auch Zielsetzungen der Frauen können vielfältig sein, ebenso wie ihre Ausgangslagen. Die verschiedenen Motivationen können sich wechselseitig positiv beeinflussen und werden in den Gruppenprozess eingebunden. Ein weiteres verbindendes Element ist darüber hinaus der Stadtteil und die eigene Nachbarschaft.

Das Projekt verbindet Techniken der klassischen Stimmbildung, Atem- und Körperübungen sowie Sprech- und Spieltechniken aus dem Theater miteinander. Denn die menschliche Stimme ist Ausdruck unserer Persönlichkeit. Sie zeichnet auch ein Bild unserer Entwicklung und Sozialisation. Stimmbildung ist immer auch Persönlichkeitsbildung und damit einhergehend sehr individuell.

Im Laufe der Bildungsbiografie, durch Sozialisation und zwischenmenschliches Verhalten wird die Entwicklung unserer Stimme, wie wir unsere Stimme wahrnehmen und nutzen, beeinflusst und geformt. Leider ist gerade bei Frauen häufig zu beobachten, dass sie ihre Stimme scheinbar „verloren“ haben. Sie sprechen mit unsicheren, dünnen Stimmen, trauen sich nicht ihre Stimme zu nutzen und leiden an mangelndem Selbstwertgefühl. Dies führt in der Folge dazu, dass sie in schwierigen Situationen, z.B. bei Prüfungen, vor Gericht, bei Vorstellungsgesprächen, schlechtere Voraussetzungen haben. Aber auch im Alltag, z.B. in der ehrenamtlichen Arbeit, in Vereinen oder Gremien ist eine starke Stimme wichtig. Viele Frauen gerade auch mit Migrationshintergrund trauen sich nicht, sich politisch oder ehrenamtlich zu engagieren, weil sie Angst vorm Sprechen haben. An dieser Stelle setzt das Projekt an und leistet einen Beitrag zur Selbsthilfe um Frauen vor Ort zu Stärken.

Frauen vor Ort stärken

Frauen darin unterstützen, sich individuell und in der Gruppe über Stimmbildung und Auftrittspräsenz zu entwickeln

Den Frauen werden vier individuelle Termine zur Stimmbildung angeboten. Dadurch soll die Verbindung zur eigenen Stimme und dem eigenen Körper wieder hergestellt werden, was die Voraussetzung dafür ist, mit "starker Stimme" für sich selber einzutreten. Dazu kommen Elemente aus der Theaterarbeit, die bei den Gruppentreffen eingesetzt werden. Theater ist soziale Kunst, welches das sinnliche Erleben in den Mittelpunkt stellt und ermöglicht andere Formen des Lernens als z.B. in der Schule. Dadurch wird die eigene Auftrittspräsenz spielerisch entwickelt und trainiert. Zum ergänzenden Empowernment erhalten die Frauen zum Projektabschluss eine auf Sie und ihre Bedürfnisse abgestimmte Styling-Beratung, um das neu erworbene Selbstbewusstsein zu unterstreichen und noch sicherer für sich eintreten zu können.

Frauen in einer Gruppe in Verbindung zu bringen, sich über Ziele und Inhalte und Ideen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen und weiterzubringen

Etwa einmal in der Woche soll es zusätzlich zum Einzeltraining ein Gruppentreffen geben, welches den aktuellen Entwicklungsstand der Einzelnen und die gemeinsame Kommunikation darüber beinhaltet. Die Uhrzeiten werden mit den Frauen abgesprochen, so dass die Termine in ihren Alltag integriert werden können. Bei den Gruppentreffen können zusätzlich zur Stimmarbeit auch inhaltlich fiktive Reden, Briefe, Monologe oder andere Texte erarbeitet werden, an denen die Frauen sich dann stimmlich ausprobieren und sprechtechnisch arbeiten können. Dazu werden wir Techniken aus der Theaterarbeit nutzen. diese Gruppentreffen sind wichtig, um dem sozialen Apsekt und dem gemeinsamen und vorneinander Lernen Raum zu geben.

Frauen einen starken positiven Impuls, einen Anstoß bzw. eine Hilfestellung für ihre weitere Entwicklung mitgeben

Das Projekt soll Frauen in schwierigen persönlichen oder beruflichen Situationen unterstützen. Es kann aber auch der notwendige Antoß sein, etwas für sich zu tun oder ein Projekt zu beginnen, was schon lange gewollt ist. Das Empowerment der Frauen, über die Stärkung der eigenen Stimme, steht dabei sowohl bei den Einzel- als auch den Gruppenterminen im Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen können auch die angestrebten Ziele der Frauen unterschiedlich sein. Mit der starken eigenen Stimme können z.B. mehr Sicherheit im Alltag, das erfolgreiche Auftreten in einem Vorstellungsgespräch oder das Umsetzen einer eigenen Idee bzw. eines eigenen Projektes im Stadtteil angestrebt werden. Diese Vielfalt bereichert den Gruppenprozess und wird in den Austausch und für die gegenseitige Unterstützung eingebunden. Dabei spielen die Netzwerke, die die Frauen im Stadtteil z.B. duirch die Gruppe aufbauen eine besondere Rolle. Sie bieten gegenseitige Untersützung, Kontakte und Impulse. Auch über die Dauer des Projektes hinaus.

Frauen wirken im Stadtteil

Mit dem Projekt die Basis für die Wirksamkeit von Frauen im Stadtteil schaffen.

Die Ansätze der Stimmbildung und der Theaterarbeit brauchen Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Dazu wird Einzeltraining für die persönliche und technische Entwicklung mit den Potenzialen und Vorteilen des gemeinsamen Lernens, Austauschens und Netzwerkens in der Gruppe kombiniert. Vor Ort werden die Frauen von den Kolleg*innen der Stadtteilkultur unterstützt, u.a. bei der Vernetzung.

Den Grundstein für vernetzte Strukturen schaffen, die über das Projekt hinaus existieren.

Das Projekt ermutigt Frauen und leistet einen Beitrag zur Selbsthilfe. Neben der individuellen Stärkung der Persönlichkeit und ihrer Auftrittspräsenz ist auch eine Fortsetzung in der Gruppe, zum Treffen, Austauschen und zur gegenseitigen Unterstützung denkbar. Im Idealfall werden Frauen zu Multiplikator*innen , die in ihrem Lebens-und Arbeitsumfeld, im Stadtteil, in Stadtteilkultureinrichtungen, in Gruppen oder Vereinen etwas bewirken und andere Menschen aber auch öffentliche Prozesse aktiv und positiv beeinflussen. Darüber hinaus ist angedacht, über die Stadtteilkultureinrichtung eine Aktion im Stadtteil umzusetzen, und die eigene Stimme dabei wirksam einzusetzen. Diese Anschlussideen werden vor Ort und mit der Gruppe besprochen und geplant. Die Kolleg*innen der Stadtteilkultur begleiten und beraten die Frauen bei der Umsetzung.

Potenziale im Stadtteil nutzen und fördern

Die Stadtteilkultureinrichtungen sind für viele Menschen Freizeit-, Kultur- und Begegnungsorte. Durch die gute Vernetzung in den Stadtteilen bestehen Kontakte zu Vereinen, Initiativen oder anderen Einrichtungen. Darüber hinaus sind Stadtteilkultureinrichtungen oftmals die erste Anlaufstelle für neu zugezogene Menschen, z.B. als Veranstaltungsort für Deutschkurse, Elterncafés oder aufgrund der vielfältigen Angebote für Kinder. Durch diese zentrale Position im Netzwerk des Stadtteils, verfügen die Kolleg*innen über viele persönliche Kontakte zu Frauen, die für dieses Projekt in Frage kommen. Die persönliche Ansprache ist ein wesentlicher Punkt der Öffentlichkeitsarbeit bzw. der Teilnehmer*innen-Gewinnung. Sie ermöglicht, gezielt Frauen anzusprechen und das Projekt vorzustellen oder Multiplikator*innen zu nutzen, die das Projekt in ihren Netzwerken und Communities vorstellen und Kontakte zu entsprechenden Frauen herstellen. Dadurch können die Frauen nicht nur an dem Projekt teilnehmen sondern lernen auch gleich einen Ort kennen, der z.B. Begegnungsort aber auch Partner*in für die Umsetzung eigener Projekte sein kann.
Stadttyp: 
Großstadt (über 100.000 Einwohner)
Einwohnerzahl des Projektgebietes: 
14318
Das Projektgebiet liegt im Programmgebiet „Soziale Stadt“: 
ja
Quelle / Anmerkungen: 
Quelle: Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020, Hrsg. Landeshauptstadt Hannover
Abgrenzung des Projektgebietes: 
Im Nordosten Hannovers liegt das Sanierungsgebiet Sahlkamp-Mitte: Eine monostrukturelle Wohnsiedlung, in die ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts junge Familien aus dem Zentrum hinaus an den grünen Stadtrand gezogen sind. Das „Märchenviertel“ Hannovers mit seinen Einfamilienhäusern aus der Nachkriegszeit bekam seinerzeit viele neue Nachbarn und ein modernes Versorgungszentrum, liegt aber außerhalb des Sanierungsgebietes. Aus dem Sahlkampmarkt ist im Laufe der Jahrzehnte kein pulsierender Mittelpunkt des Quartiers geworden. Heute weist das ehemals modern konzipierte Wohngebiet mit grünen Abstandsflächen die siedlungstypischen Mängel im architektonischen Erscheinungsbild der Gebäude und Hauseingänge auf und leidet unter mangelnden Angeboten in der Gestaltungs-, Nutzungs- und Aufenthaltsqualität des öffentlichen und privaten Umfelds. Der Stadtteiltreff Sahlkamp liegt mitten im Sanierungsgebiet Sahlkamp-Mitte, das seit 2010 in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt" aufgenommen worden ist. Dieses Programm wird seit 2020 mit dem neuen Programm "Sozialer Zusammenhalt" fortgeschrieben. Die seit 1999 bestehende kommunal verankerte Stadtteilkultureinrichtung steht für kulturelle Vielfalt. Mit seinem fachbereichsübergreifenden konzeptionellen Ansatz werden Menschen aller Altersgruppen bei der Entwicklung eigener schöpferischer Kräfte, der Wahrnehmung der eigenen Potenziale und der Verantwortung für die individuelle Weiterentwicklung unterstützt. Dabei arbeitet die Stadtteilkultur vernetzt und in Kooperation mit anderen Einrichtungen im Stadtteil. Ziel ist insbesondere, allen Menschen gleichermaßen Teilhabe am kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und sie zu motivieren, selbst aktiv zu werden und das Stadtteilgeschehen mitzugestalten. Das Sanierungsgebiet Sahlkamp-Mitte ist geprägt durch ein großes Hochhausgebiet - errichtet in den siebziger Jahren zur schnellen Schaffung öffentlich geförderten Wohnraums. Der Anteil der Bedarfsgemeinschaften von Transferleitungen ist in Sahlkamp-Mitte auf hohem Niveau kontinuierlich gestiegen. Etwa acht von zehn Alleinerziehenden (zum überwiegenden Teil Frauen) in Sahlkamp-Mitte erhalten Transferleistungen. Sieben von zehn Kindern und jede vierte Senior*in sind von Armut betroffen. Einen nennenswerten Anteil am Bevölkerungswachstum der letzten Jahre hat der Zuzug von Geflüchteten, insbesondere von Menschen aus Syrien. Der Stadtteil Sahlkamp ist zu einem Ankunftsort für anerkannte Asylberechtigte geworden, die sich auf dem freien Wohnungsmarkt mit Wohnraum versorgen und sich hier eine neue Zukunft aufbauen. Im Stadtteil leben Menschen aus nahezu 100 verschiedenen Nationen zusammen.
Projektgebiet geprägt durch: 
Hohe Einwohnerdichte, Erhöhter Modernisierungsbedarf bei Wohngebäuden, Wenig attraktives Wohnumfeld, Fehlende Sicherheit im öffentlichen Raum, Ein schlechtes Gebietsimage, Vermehrten Zuzug von Flüchtlingen
Merkmale des Projektgebietes: 

Arbeitslose Menschen (gesamt) Replicated

Anmerkung: 
Quelle: Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020. Hrsg.: Landeshuaptstadt Hannover

Menschen die Transferleistungen beziehen (gesamt) Replicated

Anmerkung: 
Quelle: Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020. Hrsg.: Landeshauptstadt Hannover

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Replicated

Anmerkung: 
Quelle: Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020. Hrsg.: Landeshauptstadt Hannover
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